Woran kann das liegen? Was kann man tun?
Das kann daran liegen, dass einfach das anfängliche Prickeln weg ist, aber oft fällt es auch zusammen mit Heirat oder gemeinsamer Wohnung:
Wenn man längere Zeit zusammen ist, kennt man sich besser, hat vieles miteinander erlebt und erfährt sich gegenseitig vielschichtiger als am Anfang. Es schwingen sehr viel mehr verschiedene seelische Dimensionen in der Beziehung mit, als das ganz am Anfang der Fall ist. Sexualität hat sehr viel mit seelischem Erleben zu tun und steht in sehr feinem Zusammenspiel mit Gefühlen. Gefühle haben ganz unterschiedliche Schattierungen, nicht nur die schönen, lustvollen und vergnügten Seiten, sondern auch Ängste, Befürchtungen und Unglückliches. Mit all diesen verschiedenen Schattierungen kommen wir bei uns selbst und unserem/r Partner/in mehr in Kontakt je länger wir zusammen sind. Und diese verschiedenen Gefühle beeinflussen die Sexualität mehr als wir denken. Vor allem sind uns die meisten dieser Gefühle nicht bewusst, wir erleben sie vielmehr gewissermaßen indirekt, z.B. dann, wenn wir auf der äußeren Ebene feststellen, dass es mit der Sexualität nicht mehr so leicht klappt. Sie hat ihn zwar gern, aber liebt ihn nicht mehr - die Beziehung ist eine liebe Gewohnheit geworden, wie ein bequemes altes Kleidungsstück, das eigentlich ausgemustert oder aufgemöbelt werden sollte, aber man hängt irgendwie noch dran.
Insofern könnte man sagen, wenn es zunächst so war, dass man sich sehr gegenseitig begehrt und gemocht hat, man sich jetzt immer noch mag, aber nicht mehr sehr begehrt, dass es dann die Frage ist
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